Benelux
02 Sep.. 2026
Vom 2. bis 4. September 2026 brachte der jährliche Benelux-Workshop zu Krisenmanagement und Resilienz in Rotterdam Experten aus den Benelux-Ländern, den europäischen Institutionen und den nationalen Krisenzentren zusammen. Der im Rahmen des niederländischen Vorsitzes im Benelux organisierte Workshop stand im Zeichen der Stärkung der europäischen Resilienz angesichts von Krisen, hybriden Bedrohungen und eines zunehmend unsicheren geopolitischen Umfelds.
In ihrer Eröffnungsrede zeichnete die Generalsekretärin der Benelux-Union, Ariadne Petridis, ein Bild des zunehmend komplexen Sicherheitsumfelds, mit dem Europa konfrontiert ist. „Die alte Welt ist verschwunden. Wenn Europa seinen Frieden, seinen Wohlstand und seine Lebensweise schützen will, müssen die europäischen Staaten noch enger zusammenarbeiten“, erklärte sie. Cyberangriffe, Sabotage, Desinformation und andere hybride Bedrohungen stellten eine wachsende Gefahr für die europäischen Gesellschaften dar und machten Resilienz zu einer strategischen Notwendigkeit.
Sie betonte zudem, dass Naturkatastrophen, Dürren, Überschwemmungen und Gesundheitskrisen auch künftig unsere volle Aufmerksamkeit erfordern werden. Resilienz erfordert daher einen ganzheitlichen Ansatz, der Behörden, Betreiber kritischer Infrastrukturen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger einbezieht. In diesem Zusammenhang erinnerte Ariadne Petridis an die Vorreiterrolle des Benelux, der in den vergangenen Jahren einen gemeinsamen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Krisenmanagementzentren entwickelt hat. Diese Zusammenarbeit soll nun über den Austausch von Informationen und bewährten Verfahren hinausgehen, insbesondere durch praktische Vorsorge, Krisenkommunikation, Übungen und Verbindungsmechanismen.
Während des Workshops tauschten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen mit der bevorstehenden europäischen umfassenden Risiko- und Bedrohungsanalyse (CoRTA) sowie mit den künftigen Mindestanforderungen an die Vorsorge aus, die derzeit von der Europäischen Kommission ausgearbeitet werden. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen insbesondere deren Umsetzung und Überwachung, ihre Abstimmung mit den Resilienzanforderungen der NATO sowie die Notwendigkeit, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken. Im Rotterdamer Hafen erhielten die Teilnehmenden zudem Einblicke in die Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen, zur Cybersicherheit und zum Krisenmanagement, die in einem der wichtigsten Logistik- und Wirtschaftszentren Europas umgesetzt werden.
Ein interaktives Planspiel zur Priorisierung begrenzter kritischer Kapazitäten im Falle einer schweren Krise bildete einen der Höhepunkte des Programms. Der letzte Tag war der operativen Zusammenarbeit und dem Management von Zwischenfällen gewidmet, unter anderem mit einer Präsentation der Maritime Incident Response Group (MIRG) und ihres Einsatzes in der Nordsee in einem internationalen Kontext.
Mit diesem Workshop bekräftigten Belgien, die Niederlande und Luxemburg ihr Bestreben, gemeinsam auf ein stärkeres, sichereres und widerstandsfähigeres Europa hinzuarbeiten. Wie Ariadne Petridis betonte: „Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ländern ist nicht länger nur ein Vorteil, sondern eine strategische Notwendigkeit.“