Benelux, Sicherheit
29 Sep.. 2026
Polizei-, Zoll- und Sicherheitsbehörden aus acht europäischen Ländern nahmen vom 23. bis 27. September an der Operation Silent Skies 3 teil, einer internationalen Aktion gegen den Missbrauch des General-Aviation-Sektors durch kriminelle Netzwerke. Die Operation baut auf einer Initiative auf, die 2024 im Rahmen der Benelux-Zusammenarbeit ins Leben gerufen wurde und sich inzwischen zu einem europäischen Kooperationsprojekt entwickelt hat.
Während der Operation besuchte Ariadne Petridis, Generalsekretärin der Benelux-Union, das Einsatzzentrum in Maastricht. Ihr Besuch verdeutlichte, wie sich ein im Benelux-Rahmen entwickeltes Projekt zu einem konkreten Beispiel erfolgreicher europäischer Zusammenarbeit entwickelt hat.
Die General Aviation umfasst sämtliche zivilen Luftfahrtaktivitäten, die weder zum Linienflugverkehr, zum Charterverkehr noch zur militärischen Luftfahrt gehören. Dazu zählen insbesondere Privat-, Sport-, Schulungs- und Geschäftsflüge.
Auch dieser Bereich der Luftfahrt kann für kriminelle Zwecke missbraucht werden, etwa zum Schmuggel von Drogen und anderen illegalen Gütern oder zum Transport von Geldern aus kriminellen Aktivitäten. Insbesondere kleinere Flughäfen können aufgrund ihrer begrenzten Größe und Infrastruktur für kriminelle Netzwerke attraktiv sein. Ziel von Silent Skies ist es, Risiken innerhalb dieses Sektors besser zu identifizieren und gezielt dagegen vorzugehen.
Im Mittelpunkt dieser dritten Ausgabe von Silent Skies standen Flüge aus Regionen wie Südamerika, Westafrika, Nordwestafrika und Kanada. Auf der Grundlage gemeinsamer Risikoanalysen wurden verdächtige Flüge für weitergehende Kontrollen ausgewählt.
Während der fünftägigen Operation wurden 47 Flüge als verdächtig eingestuft. Daraufhin führten Polizei- und Zollbehörden der teilnehmenden Länder Kontrollen durch. Bei der Kontrolle eines Privatfluges am Flughafen Brüssel wurden mehr als 100.000 Euro in verschiedenen Währungen entdeckt und beschlagnahmt. Die Föderale Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde in Belgien haben ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche eingeleitet.
An der Operation Silent Skies 3 beteiligten sich die Benelux-Länder, Deutschland, Spanien, Portugal, Irland und das Vereinigte Königreich sowie Europol, Frontex, das Maritime Analysis and Operations Centre Narcotics (MAOC-N), die Weltzollorganisation und die Europäische Kommission.
Die Zusammenarbeit wurde von einem operativen Zentrum bei der Nationalen Polizei der Niederlande in Maastricht koordiniert. Dort tauschten Polizei-, Zoll- und Sicherheitsexperten in Echtzeit Informationen über verdächtige Flugbewegungen aus und unterstützten gemeinsame Kontrollen und Ermittlungen.
Die Operation Silent Skies wurde 2024 auf Initiative der Belgischen Föderalen Polizei während des belgischen Vorsitzes der Benelux-Union ins Leben gerufen. Ziel des Projekts war es, die Widerstandsfähigkeit des General-Aviation-Sektors gegenüber grenzüberschreitender Kriminalität zu stärken. Dabei lag der Schwerpunkt auf neuen Formen des Informationsaustauschs, der Risikoanalyse und der operativen Zusammenarbeit.
Seitdem hat sich Silent Skies zu einer internationalen und multidisziplinären Partnerschaft entwickelt. Durch die Bündelung von Informationen und Fachwissen verschiedener Behörden und Länder können Risiken schneller erkannt sowie Kontrollen und Ermittlungen besser aufeinander abgestimmt werden.
Kriminelle Netzwerke machen nicht an Landesgrenzen halt. Internationale Zusammenarbeit und ein schneller Informationsaustausch sind daher unerlässlich, um den Missbrauch des General-Aviation-Sektors zu bekämpfen und grenzüberschreitende Kriminalität wirksam einzudämmen.