Benelux, Sicherheit, Wirtschaft
01 Juni. 2026
Die Benelux-Länder wollen ihre Kontakte zu Online-Zahlungsdiensten wie PayPal und iDEAL intensivieren, um betrügerische Online-Shops leichter aufdecken aufzudecken. Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen zunehmend Lebensmittel und andere Produkte über das Internet. Den Aufsichtsbehörden fehlen jedoch häufig ausreichende Mittel, im betrügerische Anbieter wirksam zu identifizieren. Belgien, die Niederlande und Luxemburg haben Ende Mai gemeinsam mit weiteren europäischen Ländern Vorschläge unterbreitet, um die Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden und den Zahlungsdienstleistern zu stärken.
Nach Auffassung der Benelux-Staaten verfügen Zahlungsdienstleister über wichtige Informationen zu Verkäufern und Transaktionen, auf die die Aufsichtsbehörden derzeit nur eingeschränkten Zugreifen haben. Dadurch bleiben zahlreiche betrügerische Online-Shops unentdeckt, insbesondere aufgrund anonymer Verkäufer, im Ausland ansässiger Unternehmensstrukturen und begrenzter Ermittlungskapazitäten.
„Online-Zahlungsdienste verfügen über Informationen, die bei der Bekämpfung betrügerischer Online-Shops eine Schlüsselrolle spielen können“, erklärte Tom Köller. „Eine engere Zusammenarbeit kann den Aufsichtsbehörden helfen, schneller zu handeln und Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu schützen.“
Die Benelux-Länder schlagen u.a.vor, unter strengen Voraussetzungen einen schnelleren Austausch von Daten über verdächtige Verkäufer zu ermöglichen, verdächtige Transaktionen zu melden sowie anonyme Testkäufe („Mystery Shopping“) durchzuführen.
Darüber hinaus sprechen sich die drei Länder für die Einrichtung einer europäischen Kontaktstelle für Zahlungsdienste, die Erstellung einer gemeinsamen schwarzen Liste betrügerischer Verkäufer sowie für klarere Verfahren bei der Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden und Zahlungsdienstleistern aus.
Auch PayPal nahm an den Expertensitzungen über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Betrugsbekämpfung und dem Verbraucherschutz teil.
Die Vorschläge sind das Ergebnis eines Benelux-Expertenprozesses zum Thema Lebensmittelsicherheit und E-Commerce, der vom Generalsekretariat der Benelux-Union und Luxemburg koordiniert wurde. Sie wurden auf einer europäischen Tagung der Lebensmittelsicherheitsbehörden am 27. und 28. Mai in Luxemburg erörtert.
Nach Auffassung der Benelux-Union werden diese Vorschläge dazu beitragen, schneller gegen betrügerische Online-Shops vorzugehen und den Verbraucherschutz im europäischen Binnenmarkt weiter zu stärken.