Benelux, Mobilität, Nachhaltigkeit, Wirtschaft
01 Juli. 2026
Zehn Jahre grenzüberschreitender Verkehr mit Langeren und Schwereren Lastkraftwagenkombinationen (LZV) zwischen Belgien und den Niederlanden führen zu einer klaren Schlussfolgerung: LZV leisten einen wichtigen Beitrag zu einem effizienteren, nachhaltigeren und zukunftsfähigen Güterverkehr. Dies war die zentrale Botschaft eines Expert Round Tables der Benelux-Union im niederländischen Vuren, bei dem politische Entscheidungsträger, Branchenorganisationen und europäische Partner auf ein Jahrzehnt der Zusammenarbeit zurückblickten und über eine mögliche Ausweitung auf Luxemburg diskutierten.
Belgien und die Niederlande haben 2015 im Benelux-Rahmen Vereinbarungen über den grenzüberschreitenden Einsatz von LZV getroffen. Diese Zusammenarbeit entstand in Ermangelung einer europäischen Regelung und entwickelte sich zu einem Praxisbeispiel dafür, wie grenzüberschreitende Mobilitätslösungen erfolgreich getestet und umgesetzt werden können.
Die Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre zeigen, dass LZV einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Effizienz des Güterverkehrs leisten. Da diese Fahrzeugkombinationen mit einer Länge von bis zu 25,25 Metern pro Fahrt mehr Ladung befördern können als herkömmliche Lastkraftwagen, sind für dasselbe Transportvolumen weniger Fahrten erforderlich.
Dadurch sinken die CO₂-Emissionen pro transportierter Einheit. Gleichzeitig tragen LZV dazu bei, die Auswirkungen des anhaltenden Fahrermangels abzumildern.
Während des Round Tables wurde zudem bestätigt, dass die praktischen Erfahrungen in den Niederlanden keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit liefern. Ebenso gibt es keine Anzeichen dafür, dass LZV zu einer Verlagerung von Güterverkehr von der Schiene auf die Straße führen.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Veranstaltung war die mögliche Einbindung Luxemburgs. Das Großherzogtum prüft derzeit die Zulassung von LZV auf seinem Staatsgebiet.
Die Teilnehmer betonten darüber hinaus, dass eine weitere Harmonisierung erforderlich bleibt. Unterschiede bei Zulassungsverfahren, Fahrzeuganforderungen und administrativen Prozessen erschweren grenzüberschreitende Transporte nach wie vor. Eine stärkere Abstimmung zwischen den Ländern sowie die weitere Digitalisierung von Verfahren könnten diese Hindernisse beseitigen.
Die zehnjährige Erfahrung innerhalb der Benelux liefert auch wertvolle Erkenntnisse für Europa. Die gewonnenen Erfahrungen in den Bereichen Sicherheit, Kontrolle und operative Organisation fließen in die laufenden Diskussionen über die Überarbeitung der europäischen Richtlinie über Gewichte und Abmessungen von Fahrzeugen ein.
Am Expert Round Table nahmen Vertreter der Benelux-Länder, von Transport en Logistiek Nederland (TLN), Unternehmen des Transportsektors sowie Partner aus Skandinavien teil. Die Veranstaltung fand beim Transportunternehmen Hartog & Bikker statt, wo verschiedene LZV-Konfigurationen vorgestellt wurden.
Mit dieser Veranstaltung bestätigt die Benelux erneut ihre Rolle als Versuchslabor für innovative Mobilitätslösungen. Indem grenzüberschreitende Zusammenarbeit zunächst in der Praxis erprobt und die gewonnenen Erfahrungen gemeinsam genutzt werden, leistet die Benelux weiterhin einen Beitrag zu europäischen Lösungen für einen sichereren, effizienteren und nachhaltigeren Güterverkehr.