Benelux, Sicherheit
14 Sep.. 2026
Die Verteidigungsverbände Agoria-BSDI, NIDV und LuxDefence haben heute während des Benelux Drone Frontier in Antwerpen eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit zu stärken. Die Benelux-Union möchte diese grenzüberschreitende Kooperation weiter unterstützen.
Die Benelux-Union sieht eine wachsende Rolle für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Verteidigungsindustrien Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs. Dies betonte Generalsekretärin Ariadne Petridis heute beim Benelux Drone Frontier, wo die Verteidigungsverbände Agoria-BSDI, NIDV und LuxDefence eine Vereinbarung zur weiteren Vertiefung ihrer Zusammenarbeit unterzeichneten.
Nach Auffassung der Benelux-Union zeigen die aktuellen Sicherheitsherausforderungen, dass nationale Grenzen immer weniger mit der Realität übereinstimmen, mit der Behörden, Unternehmen und Sicherheitsdienste konfrontiert sind. Neue Technologien, innovative Anwendungen und komplexe Bedrohungen erfordern eine engere Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und öffentlichen Akteuren.
„Kein Benelux-Land kann die heutigen Herausforderungen allein bewältigen. Indem wir Fachwissen, Netzwerke und Infrastrukturen stärker miteinander verbinden, können wir schneller innovieren und zu einem stärkeren europäischen Sicherheits- und Verteidigungsumfeld beitragen“, erklärte Ariadne Petridis.
Die Benelux-Union versteht sich dabei nicht als Akteur, der die Rolle von Unternehmen, Verbänden oder Regierungen übernimmt, sondern als Plattform, die Zusammenarbeit ermöglicht.
Seit mehr als achtzig Jahren arbeiten Belgien, die Niederlande und Luxemburg gemeinsam an praktischen Lösungen für grenzüberschreitende Herausforderungen. Diese Zusammenarbeit hat zu Initiativen in Bereichen wie Mobilität, Sicherheit, Wirtschaft und Nachhaltigkeit geführt. Benelux fungiert dabei als Testlabor, in dem neue Formen der Zusammenarbeit erprobt und weiterentwickelt werden.
Auch im Bereich neuer Technologien kann dieser Ansatz nach Ansicht der Benelux-Union einen Mehrwert bieten. Während der Veranstaltung verwies Ariadne Petridis auf den bestehenden Benelux-Polizeivertrag, der die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Polizeibehörden ermöglicht. Derzeit wird untersucht, wie neue Technologien, etwa Polizeidrohnen, besser in solche Kooperationsformen integriert werden können.
Im vergangenen Jahr hat die Benelux-Union den Dialog mit den Verteidigungsverbänden der drei Länder sowie mit den zuständigen Verteidigungsministerien intensiviert. Ziel ist es, besser zu erfassen, wo grenzüberschreitende Zusammenarbeit Mehrwert schaffen kann und welche Hindernisse noch bestehen.
Die Unterzeichnung der Vereinbarung durch Agoria-BSDI, NIDV und LuxDefence wird in diesem Zusammenhang als positives Signal gewertet. Sie soll die Kontakte zwischen den drei nationalen Verteidigungsökosystemen stärken und neue Kooperationsprojekte ermöglichen.
„Heute wird nicht nur ein Dokument unterzeichnet. Es wird ein Rahmen geschaffen, aus dem neue Partnerschaften und konkrete Projekte entstehen können“, sagte Ariadne Petridis.
Die Benelux-Union möchte auf dieser Dynamik aufbauen und verfolgt dabei drei Prioritäten.
Erstens soll der Zugang zu Testeinrichtungen für innovative Unternehmen und KMU verbessert werden. Benelux möchte eine Übersicht über bestehende Testinfrastrukturen in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg erstellen und prüfen, wie Unternehmen leichter Zugang dazu erhalten können.
Zweitens sollen die verfügbaren Unterstützungsmechanismen für Unternehmen der Verteidigungsindustrie besser erfasst werden. Mehr Transparenz soll Unternehmen helfen, schneller Zugang zu bestehenden Programmen, Fachwissen und Kooperationsmöglichkeiten zu finden.
Drittens möchte Benelux die Organisation eines neuen Benelux Defence Industry Day im Jahr 2027 im Rahmen der BEDEX unterstützen. Die Veranstaltung soll Vertreter aus Verteidigung, Industrie und Politik zusammenbringen, um konkrete operative Bedürfnisse zu erörtern und neue grenzüberschreitende Kooperationen anzustoßen.
Für die Benelux-Union ist die Zusammenarbeit der drei Verteidigungsverbände ein Beispiel für den Mehrwert grenzüberschreitender Netzwerke.
Durch die Vernetzung von Partnern, die Bündelung von Fachwissen und den Abbau praktischer Hindernisse möchte Benelux zu einem innovativeren, wettbewerbsfähigeren und widerstandsfähigeren Ökosystem beitragen. Nach Ansicht der Organisation kommt dieser Ansatz nicht nur den drei Benelux-Ländern zugute, sondern kann auch für Europa insgesamt von Bedeutung sein.