Benelux, Sicherheit
17 Juni. 2026
Die als „Hazeldonk“ bekannte (genannte) internationale Partnerschaft, in der die Polizei- und Ermittlungsbehörden der Benelux-Länder und Frankreichs zusammenarbeiten, hat erneut bedeutende Ergebnisse bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Drogenkriminalität erzielt. Dies geht aus den jährlichen Zahlen für 2025 und der neuen Strategie für den Zeitraum 2025-2028 hervor.
Vier Länder – ein gemeinsamer Ansatz
Die Zusammenarbeit zielt auf Drogennetzwerke ab, die in mehreren Ländern aktiv sind. Diese Netzwerke werden zunehmend professioneller: Sie nutzen Kurierdienste, Low-Cost-Carrier und Autovermietungen und greifen zunehmend auf digitale Wege zurück, um ihren Verkehr zu organisieren. Der Kampf zwischen rivalisierenden Gruppen geht auch mit einer Zunahme von Gewalt und Korruption einher.
Diese Phänomene machen auch vor Grenzen nicht halt, weshalb die vier Länder gemeinsam handeln.
Umfangreiche Kontrollen: 8.400 Beamte und Inspektoren im Einsatz
Im Jahr 2025 wurde eine fünfwöchige große Aktion unter dem Namen „ETOILE“ organisiert. Insgesamt nahmen 8.400 Einsatzkräfte an den Kontrollen entlang der Straßen, in Zügen und in Bussen teil.
Die vorgenommenen Beschlagnahmungen umfassen insbesondere:
• fast eine Tonne Kokain
• mehr als 33 Kilogramm Marihuana
• über 140 000 Gramm Ketamin
• fast 30 000 Gramm synthetische Drogen
• über 17 000 Ecstasy-Tabletten
• über 10 000 Gramm Heroin
• über 6 000 Gramm Amphetamine
• über 9 000 Gramm Haschisch
• mehr als 1000 Gramm MDMA
• 142 000 Stickstoffkartuschen
Darüber hinaus wurden 273 Personen festgenommen, 129 Fahrzeuge beschlagnahmt und mehr als 1,1 Mio. EUR in bar abgefangen. 388 Fahrer wurden auch beim Fahren unter dem Einfluss von Drogen erwischt.
Züge – ein bevorzugtes Verkehrsmittel für Kriminelle
Die Dienste stellen deutliche Tendenzen fest. Drogennetzwerke nutzen zunehmend internationale Eisenbahnverbindungen, um Drogen und Geld zu transportieren. Die Profile der Kuriere ziehen ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich: junge Familien, ältere Menschen oder Taxifahrer werden eingesetzt, um weniger Aufmerksamkeit zu erregen. Immer häufiger werden professionell gestaltete Verstecke in Fahrzeugen entdeckt.
Ein Informationszentrum in den Benelux-Ländern – der Schlüssel zum Erfolg
Als Dreh- und Angelpunkt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit spielte das Generalsekretariat der Benelux-Staaten eine zentrale Rolle. Im Jahr 2025 wurde ein außerordentliches operatives Zentrum im Benelux-Haus in Brüssel eingerichtet, um die Aktion „ETOILE“ zu koordinieren und zu unterstützen. Von diesem Zentrum aus konnten die beteiligten Dienststellen Informationen in Echtzeit austauschen, was ein schnelles Eingreifen und eine sofortige Fortsetzung der Untersuchungen ermöglichte. Diese Arbeitsweise hat bedeutende Ergebnisse hervorgebracht: neben den Hauptzielen der Operation wurden durch den effizienten Informationsaustausch auch mehrere Betrügerinnen und Betrüger festgenommen.
Neue Strategie 2025-2028
Da die kriminellen Organisationen immer ausgefeilter/ geschickter werden, entscheiden sich die vier Länder für eine noch intensivere Zusammenarbeit in den kommenden Jahren. Die Prioritäten sind:
• ein häufigerer und schnellerer Informationsaustausch,
• bessere Nutzung von Daten und Analysen,
• gemeinsame Risikoprofile,
• erhöhte Aufmerksamkeit für Vermittler wie Spediteure oder Vermietungsunternehmen,
• Kontrollen der logistischen Knotenpunkte.
Laut den beteiligten Dienststellen kann.