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Benelux, Mobilität

Benelux fordert Europa auf, die Anerkennung beruflicher Qualifikationen schneller und transparenter zu gestalten

18 Juni. 2026

Belgien, die Niederlande und Luxemburg fordern die Europäische Kommission auf, die Anerkennung beruflicher Qualifikationen innerhalb der Europäischen Union schneller und transparenter zu gestalten. Ziel ist es, die Mobilität von Arbeitskräften zu stärken, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts zu unterstützen.

Die drei Länder haben ihre gemeinsame Position in einem „Non-Paper“ formalisiert, das in die Überlegungen zur künftigen European Skills Portability Initiative einfließen soll.

Ein entscheidender Hebel für die Mobilität der Arbeitskräfte

Nach Ansicht der Benelux-Länder ist eine schnellere und transparentere Anerkennung von Diplomen und beruflichen Qualifikationen eines der Schlüsselelemente für das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts. Besonders in Grenzregionen stoßen Arbeitnehmer und Arbeitgeber noch immer häufig auf administrative Hürden, wenn sie ihre Abschlüsse oder Kompetenzen über Grenzen hinweg anerkennen lassen wollen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich. Rund 23 % der Grenzarbeitnehmer in der Europäischen Union leben im Benelux-Raum und den angrenzenden Regionen, das sind über 400.000 Beschäftigte. Effizientere Anerkennungsverfahren würden es ermöglichen, dieses Potenzial auf dem Arbeitsmarkt besser zu nutzen.

„Eine schnellere Anerkennung beruflicher Qualifikationen ist entscheidend, um grenzüberschreitende Arbeit zu erleichtern und dem Personalmangel in unseren Ländern zu begegnen. Heute sind die Verfahren zu komplex und zu langwierig, sodass Arbeitnehmer ihre Fähigkeiten nicht schnell genug in einem anderen Land einsetzen können. Dadurch gehen uns wirtschaftliche und soziale Chancen verloren, insbesondere in den Grenzregionen“, erklärt Liesje Schreinemacher, stellvertretende Generalsekretärin des Benelux.

Konkrete Vorschläge an die Europäische Kommission

Belgien, die Niederlande und Luxemburg formulieren insbesondere folgende Vorschläge:

– eine einheitliche europäische Plattform mit klaren Informationen zu Anerkennungsverfahren;
– digital verifizierbare Diplome und Kompetenzen, die einfach und sicher grenzüberschreitend genutzt werden können;
– schnellere und stärker digitalisierte Verfahren zur Anerkennung reglementierter Berufe;
– klarere europäische Regeln für die Anerkennung von Qualifikationen von Arbeitskräften aus Drittstaaten.

Darüber hinaus plädieren die drei Länder für eine bessere Kohärenz zwischen bestehenden europäischen Instrumenten wie Europass, ESCO sowie den nationalen und europäischen Qualifikationsrahmen.

Ausrichtung an der europäischen Wettbewerbsagenda

Diese Initiative ist Teil der umfassenderen Bemühungen der Europäischen Union, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den Binnenmarkt weiter zu vertiefen. In ihren jüngsten Berichten zur Zukunft Europas weisen Enrico Letta und Mario Draghi auf strukturelle Hindernisse für die Arbeitskräftemobilität und das Wirtschaftswachstum hin, insbesondere auf die langsame und fragmentierte Anerkennung beruflicher Qualifikationen.

Der Benelux als Experimentierfeld

Der Benelux ist bereit, innerhalb der Europäischen Union eine Vorreiterrolle einzunehmen, indem er neue Ansätze testet und Hindernisse für die Arbeitskräftemobilität abbaut. Die Region verfügt bereits über Erfahrungen mit der automatischen Anerkennung von Hochschulabschlüssen, insbesondere dank eines Vertrags mit den baltischen Staaten und bald auch mit Polen.

Nach Ansicht der drei Länder kann der Benelux somit als praktisches Experimentierfeld für umfassendere europäische Lösungen dienen, um Verwaltungsaufwand zu reduzieren und die berufliche Mobilität innerhalb der Europäischen Union zu erleichtern.