Benelux, Sicherheit
24 Juni. 2026
Belgien, die Niederlande und Luxemburg wollen die Zusammenarbeit zwischen ihren Verteidigungsindustrien ausbauen. Vertreter von Regierungen, Unternehmen und dem Verteidigungssektor der drei Länder diskutierten darüber am Mittwoch beim Benelux Defence Industry Day im NATO-Hauptquartier in Brüssel.
Die Teilnehmer betonten, dass eine engere Zusammenarbeit notwendig ist, da europäische Länder ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und ihre Abhängigkeit von Lieferanten außerhalb Europas verringern wollen. Im Mittelpunkt stehen die Beschleunigung von Innovationen, der Ausbau von Produktionskapazitäten sowie die Umsetzung gemeinsamer Verteidigungsprojekte.
Die Veranstaltung wurde unter niederländischem Benelux-Vorsitz organisiert. Die stellvertretende Generalsekretärin der Benelux-Union, Liesje Schreinemacher, eröffnete die Sitzung und moderierte die Podiumsdiskussion mit dem belgischen Verteidigungsminister Theo Francken, dem niederländischen Staatssekretär für Verteidigung Derk Boswijk sowie Hélène Massard vom luxemburgischen Verteidigungsministerium.
Ein wichtiger Schwerpunkt war die Position kleiner und mittlerer Unternehmen. Den Teilnehmern zufolge spielen diese Unternehmen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung neuer Technologien, verfügen jedoch nicht immer über die notwendigen Test- und Entwicklungsinfrastrukturen. Frau Massard schlug daher vor, eine gemeinsame Übersicht über die innerhalb des Benelux-Raums verfügbaren Infrastrukturen zu erstellen, um Unternehmen den Zugang zu erleichtern.
Herr Boswijk hob die Bedeutung eines pragmatischen Ansatzes hervor. „We often talk about the coalition of the willing, but we need to talk about the coalition of the doing“, erklärte er. Zudem wies er darauf hin, dass das Gewicht der Benelux-Länder auf europäischer Ebene zunimmt. „Niemand kann mehr die Benelux-Länder ignorieren.“ Herr Francken plädierte seinerseits für eine weitergehende Integration der Verteidigungskapazitäten der drei Länder.
Auch die Privatwirtschaft war vertreten. Willem van der Leegte, CEO der VDL-Gruppe, betonte nachdrücklich die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit. „Koordinierte europäische Zusammenarbeit ist entscheidend und die Benelux-Länder sind am besten positioniert, um dabei eine Führungsrolle zu übernehmen. Obwohl Belgien, die Niederlande und Luxemburg relativ klein sind, haben sie immer wieder einen überproportionalen Einfluss auf Europa ausgeübt. Dieser Moment ist ernaut angebrochen“, sagte er. Laut Van der Leegte ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Behörden und Wissenseinrichtungen erforderlich, um Innovationen schneller im großen Maßstab umzusetzen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie zu stärken.
Nach Angaben der Organisatoren unterstreicht diese Initiative die wachsende Bedeutung der regionalen industriellen Zusammenarbeit in einer Zeit, in der Sicherheit und Verteidigung ganz oben auf der europäischen politischen Tagesordnung stehen.
