Benelux
22 Apr.. 2026
Heute feiern wir unter dem belgischen Vorsitz 80 Jahre Benelux-Zusammenarbeit mit mehreren Veranstaltungen im Egmont-Palast in Brüssel. Yves Leterme, Jan Peter Balkenende und Jean Asselborn werden offiziell die Benelux-Euro-Münzserie 2024 erhalten. Diese Münzserie ist eine gemeinsame Ausgabe der Königlichen Münze Belgiens, der Königlichen Münze der Niederlande und der Zentralbank Luxemburgs.
Die ehemaligen (Vize-)Premierminister Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs werden außerdem im Innenhof des Palastes eine besondere Gedenkmünze prägen. Darüber hinaus werden sie mit Mitgliedern des Europäischen Jugendparlaments der drei Benelux-Länder sowie mit Studierenden aus Nordrhein-Westfalen diskutieren. Und natürlich wird es auch Feierlichkeiten geben, darunter eine besondere Darbietung des Orchesters der belgischen Zollbehörde.
Engere Zusammenarbeit
Am 5. September, genau 80 Jahre zuvor, unterzeichneten die Außen- und Finanzminister unserer drei Regierungen im Exil in London ein lange erwartetes Abkommen. Das Ziel einer engeren Zusammenarbeit zwischen drei gleichgesinnten Ländern wie Belgien, den Niederlanden und Luxemburg lag auf der Hand. Die Exilregierungen beschlossen bereits 1944, noch vor Kriegsende, erste Schritte zu unternehmen.
Das Abkommen über die Zollunion war der erste wichtige Meilenstein, der zum umfassenderen Prozess der Entstehung der Europäischen Union beitrug, wie wir sie heute kennen: eine politische und wirtschaftliche Partnerschaft mit 27 Mitgliedstaaten. Es war der erste, aber sicherlich nicht der letzte Meilenstein in der 80-jährigen Geschichte des Benelux.
Benelux-Wirtschaftsunion
Am 3. Februar 1958 wurde in Den Haag die Benelux-Wirtschaftsunion gegründet. Dieser neue Vertrag führte den freien Verkehr von Waren, Personen, Kapital und Dienstleistungen innerhalb des Benelux ein. Es ist kein Zufall, dass dies parallel zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft geschah.
Fünfzig Jahre später, am 17. Juni 2008, wurde die Wirtschaftsunion in Benelux-Union umbenannt – ein Name, der bis heute verwendet wird. Von da an lag der Schwerpunkt nicht mehr nur auf dem Binnenmarkt, sondern auch auf der Zusammenarbeit in den Bereichen Nachhaltigkeit und Sicherheit. Dies entsprach der schrittweisen Ausweitung der Benelux-Zusammenarbeit in der Praxis sowie der intensiven politischen Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern.
Labor
Während die EU immer größer wurde, hatte der Benelux den Vorteil, dass die drei Mitgliedstaaten als regionale Einheit innerhalb der komplexeren Europäischen Union agieren konnten, wodurch Entscheidungen in der Regel leichter und schneller getroffen werden konnten als auf EU-Ebene.
So hat sich der Benelux vielfach als Testfeld für Europa erwiesen. Die Union entwickelte sich zu einem Labor, in dem innovative Kooperationsmodelle erprobt wurden. Wenn Initiativen im Benelux funktionierten, konnten sie ausgeweitet und auch auf EU-Ebene angewendet werden. Ein bekanntes Beispiel ist das Schengen-Abkommen von 1985 – eine Erweiterung der bereits bestehenden Freizügigkeit innerhalb des Benelux.
Benelux-Tag
Weitere Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit innerhalb des Benelux sind der Benelux-Polizeivertrag, der grenzüberschreitende Polizeieinsätze erleichtert, sowie die gegenseitige Anerkennung von Diplomen, die es Studierenden und Fachkräften ermöglicht, über Grenzen hinweg zu arbeiten und zu studieren. Diese Initiativen unterstreichen die Pionierrolle des Benelux innerhalb Europas.
Von nun an wird jedes Jahr am 5. September der #BeneluxTag begangen – ein offizieller Tag, um unsere bisherigen Erfolge zu feiern, unsere Beziehungen zu pflegen und zahlreiche Kooperationsprojekte für die Zukunft zu entwickeln, mit all unseren Partnern innerhalb und außerhalb der Grenzen der Benelux-Union. Denn gemeinsam sind wir stärker und klüger. „No one can whistle a symphony. It takes a whole orchestra to play it.“
https://www.flickr.com/photos/beneluxunion/albums/72177720320022970/