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Ariadne Petridis: „Der Benelux muss in diesen geopolitisch turbulenten Zeiten zu einer Leitregion werden“

17 Juni. 2026

Während der Debatte über die Zukunft des Benelux am 20. März im Benelux-Parlament warnte Ariadne Petridis, Generalsekretärin des Benelux, vor dem zunehmenden Druck auf Europa. Die Debatte wurde mit einer gemeinsamen Videobotschaft der Premierminister Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs eröffnet, in der sie die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit innerhalb des Benelux hervorhoben. Die stellvertretenden Generalsekretäre Liesje Schreinemacher und Tom Köller waren ebenfalls anwesend.

Nach Ansicht von Frau Petridis stellt Russland langfristig eine sicherheitspolitische Bedrohung dar, China gewinnt durch Technologie und Rohstoffe zunehmend an Einfluss, und die Vereinigten Staaten nehmen gegenüber dem europäischen Kontinent eine veränderte Haltung ein. „Dies ist nicht die Zeit für europäische Selbstzufriedenheit“, erklärte sie und plädierte für mehr strategisches Denken, Entschlossenheit und Selbstbewusstsein innerhalb der Europäischen Union.

Der Benelux als Motor einer agilen Zusammenarbeit

Frau Petridis betonte, dass der Benelux in diesem Kontext einen echten Mehrwert bieten könne. Da Belgien, die Niederlande und Luxemburg seit Jahrzehnten eng zusammenarbeiten und einander vertrauen, seien sie in der Lage, für zahlreiche Herausforderungen schneller gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Als Beispiele nannte sie den Benelux-Polizeivertrag, die gemeinsame Bekämpfung von Sozialbetrug, grenzüberschreitende Kontrollen im Straßengüterverkehr sowie die automatische Anerkennung von Hochschulabschlüssen.

Pilotprojekte mit größerer Wirkung

Darüber hinaus hob Frau Petridis die große Bedeutung von Pilotprojekten hervor, die inzwischen auch auf europäischer Ebene Aufmerksamkeit erregen. Beispiele hierfür seien die Bekämpfung gefährlicher Feuerwerkskörper, Maßnahmen gegen Blei und Cadmium in Keramikprodukten sowie die gemeinsame Registrierung von Betreibern von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Solche Projekte könnten nicht nur den Benelux stärken, sondern auch anderen europäischen Ländern als Vorbild dienen.

Krisenübungen und ein gemeinsamer Benelux-Raum

Sie sprach sich für gemeinsame Krisenübungen aus, um die Widerstandsfähigkeit der Länder gegenüber Naturkatastrophen, Gesundheitskrisen sowie hybriden Bedrohungen und Cyberangriffen zu erhöhen. Die Zusammenarbeit der drei nationalen Krisenzentren bleibe dabei von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus plädierte sie dafür, das Benelux-Gebiet so weit wie möglich als einen gemeinsamen Raum zu betrachten – insbesondere in den Bereichen Sicherheit, militärische Mobilität, Wirtschaft, Energie und Nachhaltigkeit. Ihrer Auffassung nach bietet Artikel 350 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union hierfür eine ausreichende rechtliche Grundlage.

„Der Benelux muss zu einer Leitregion werden“

Für Frau Petridis ist nicht damit zu rechnen, dass Europa in absehbarer Zeit zum „Business as usual“ zurückkehren wird. Sie rief dazu auf, auf achtzig Jahre grenzüberschreitender Zusammenarbeit innerhalb des Benelux aufzubauen.

„Dies wird den Benelux zu einem ehrgeizigen, kohärenten, stabilen und verlässlichen Vorbild für viele andere machen. Zu einer Leitregion. Es ist Zeit, dass der Benelux seine Anziehungskraft wiederbelebt“, schloss sie.


Foto (c) Luxemburgisches Parlament, Chambre des Députés

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